Der Transport von Öl und Trockenladungen auf Seeschiffen

Die Seeschifffahrt ist für den Transport und die internationale Wirtschaft von enormer Bedeutung. Was weltweit am meisten transportiert wird, sind nicht etwa Container mit Kleidung und Elektronik aus Fernost sondern Erdöl und Erdölprodukte. Etwa ein Viertel aller Frachtschiffe, die auf den Weltmeeren verkehren, hat Rohöl gelagert. Dabei gehören die USA, die Europäische Union und Japan zu den wichtigsten Importeuren, die das Öl aus dem bedeutendsten Fördergebiet, dem Mittleren Osten, importieren.

In Nordamerika wird zudem Öl aus der Karibik und aus Westafrika bezogen.

So befinden sich die Haupttransportrouten von Öl ausgehend vom arabischen Golf in Richtung Westen, entweder um das Horn von Afrika oder durch den Suezkanal und von Afrika aus in Richtung Norden nach Europa oder in Richtung Westen nach Nordamerika.

Außerdem verläuft jeweils eine wichtige Transportroute vom Arabischen Golf in Richtung Osten nach Ostasien und von der Karibik bis an die Golfküste der USA.

Auf den Schiffen wird selbstverständlich nicht nur Rohöl transportiert, sondern vor allem auch aufbereitete Produkte wie Benzin. Diese werden vor allem von den großen Raffineriestandorten in der Peripherie in die Hauptverbrauchergebiete von Japan und Nordamerika geliefert.

Die zweitgrößte Produktgruppe auf internationalen Seeschiffen sind Schüttgüter. Darunter fallen vor allem Kohle, Eisenerz, Getreide, Bauxit, Phosphat, andere Metallerze sowie Dünge- und Futtermittel.

Das Eisenerz, das mengenmäßig bedeutendste Schüttgut, wird in riesigen Schiffen transportiert. Neben Westeuropa ist der Hauptimporteur Japan, der Eisenerz sowohl aus Australien als auch aus Brasilien importiert. Ein großer Teil des Eisenerzes, das in Westeuropa verarbeitet wird, kommt aus Brasilien.

Als zweitwichtigstes Schüttgut folgt Kohle, die vor allem aus Südafrika und Australien nach Japan und Westeuropa geliefert wird. Außerdem ist Kolumbien ein wichtiger Kohleexporteur, der diese nach Westeuropa und an die Ostküste der USA liefert. Der letzte bedeutende Kohlelieferant ist Indonesien, der diese nach Japan und an die Westküste der USA liefert. Die verschiffte Kohle wird in den Zielländern entweder in Kraftwerken zur Energieerzeugung eingesetzt oder für die Eisen- und Stahlindustrie.