Die Seefracht

Ohne die Seefracht wäre es nicht möglich, einen derart starken Handelsaustausch zwischen den einzelnen Kontinenten durchzuführen. Oft wird uns gar nicht bewusst, wie viele Sachen des täglichen Gebrauchs ursprünglich über die See zu uns gekommen sind, ob das unsere Kleidung, unser Smartphone oder der Frühstückskaffee ist, das meiste hat einen langen Seeweg hinter sich.

Früher wurden auf dem Seeweg viele Kolonialwaren wie Gewürze, Kaffee oder Stoffe transportiert, heute gibt es kaum Produkte, die nicht per Seefracht befördert werden. Die Tatsache, dass die Transportkosten für weite Entfernungen so günstig sind, hat aber auch dazu geführt, dass es sich für heimische Hersteller bei vielen Produkten wie beispielsweise Textilien nicht mehr lohnt, diese in Europa herzustellen, weil die Produkte aus einem Billiglohnland trotz des langen Transportweges viel billiger sind.

Dass die Seefracht so erschwinglich werden konnte, liegt einerseits am großen technologischen Fortschritt im Schiffsbau, andererseits an Pionierleistungen im Schiffsverkehr wie beispielsweise dem Bau des Suez-Kanals.

Dass der Gütertransport per Schiff heute in diesen unglaublichen Massen durchgeführt werden kann, liegt aber auch an einer anderen logistischen Errungenschaft: dem Frachtcontainer.

Natürlich hat die Seefracht auch einen Nachteil, sie ist mit sehr langen Transportzeiten verbunden und eignet sich nicht für Güter mit einer großen Dringlichkeit. Außerdem gibt es auf langen Beförderungswegen oft Verspätungen, denn je länger der Frachtweg ist, desto mehr Abweichungen können sich im Zeitplan ergeben.

Kommt ein Transportschiff aus China, ist es in der Regel circa drei Wochen unterwegs, bis es am Zielhafen in Europa eintrifft. Verzögerungen von einigen Tagen bis hin zu mehreren Wochen sind durchaus an der Tagesordnung.

Natürlich kann die Seefracht nur bis zu Städten abgewickelt werden, die einen eigenen Seehafen verfügen. Aufgrund der guten Logistikkette, in der Schiffscontainer einfach auf LKWs oder auf der Schiene weitertransportiert werden können, landen die Ware jedoch auch in Regionen, die weit entfernt vom Meer liegen.