Hapag-Lloyd setzt erneut den Rotstift an

Da sich im ersten Halbjahr 2018 die Verluste der deutschen Reederei auf 101 Millionen Euro beliefen – im Vergleichszeitraum 2017 waren es 43 Millionen – sieht sich das Hamburger Traditionsunternehmen gezwungen, zu weiteren Sparmaßnahmen zu greifen.

Die Aktie erlebte nach diesen schlechten Nachrichten vorübergehend einen Kursverlust von knapp 20 Prozent.

Der schärfer werdende Wettbewerb und die steigenden Treibstoffkosten sind die Ursachen dafür. Eingespart werden soll jetzt durch Optimierung der Rentabilität der Schiffssysteme und der Terminalverträge, sowie durch die Streichen von verlustbringenden Routen.

Zudem werden am Standort Hamburg 159 Mitarbeiter abgebaut und es werden vier Transatlantiklinien von Bremerhaven nach Hamburg Altenwerda zurückgeholt. Grund dafür ist eine höhere Auslastung des Containerterminals, an dem die Hapag 25 % Anteile hält.

So will man auch in Zukunft auf eventuelle Umsatzrückgänge durch mögliche Handelskonflikte zwischen den USA, Europa und China, vorbereitet sein. Die Flotte der Hamburger zählt derzeit 215 Frachter mit einer Größe bis zu 20.000 Containereinheiten.

Hapag-Lloyd gehört neben Maersk (Dänemark), MSC (Schweiz), CGM, CMA (beide Frankreich) und Cosco (China) zu den fünf größten Unternehmen der Branche und haben zusammen ca. 60 % Marktanteil im Containerfrachtverkehr. Trotz aller Konkurrenz arbeiten die Gesellschaften auch in drei Bereichen zusammen, um das Risiko vom Preisschwankungen und Überkapazitäten zu minimieren.

Hapag-Lloyd

Das Unternehmen wurde am 1. April 1970 durch die Fusion von HAPAG (Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actiengesellschaft) und der Norddeutschen Lloyd gegründet.

Die Hapag wurde im Jahr 1847 gegründet, der Norddeutsche Lloyd zehn Jahre später. Beide Reedereien umspannten mit ihrem Liniennetz einst den ganzen Globus, jedoch mussten sie im Ersten und auch im Zweiten Weltkrieg den Totalverlust ihrer Schiffe hinnehmen.

Bereits 1971 wurde regelmäßige Vollcontainerdienste zwischen Europa und Südostasien in den Fahrplan aufgenommen.

Durch zahlreiche Fusionen in den vergangenen Jahrzehnten gehören die Hapag-Lloyd Reisebüros, Hapag Lloyd-Kreuzfahrten, und Hapag Lloyd-Flug dem Reiseunternehmen TUI.

Zu den größten und einflussreichsten Aktionären zählen Klaus-Michael Kühne, die CSAV Germany Container Holding GmbH , Qatar Holding sowie die Hansestadt Hamburg,